Die Mühle

Die Allstedter Stadtmühle gehört zu einem unter Denkmalschutz stehenden Naturstein / Fachwerk Ensemble aus dem 17. / 18. Jahrhundert.

Eine Urkunde aus dem Jahr 1625 verweist auf eine viel ältere Geschichte. 1716 wurde das Mühlengebäude neu aufgebaut. Bei einem Brand am 20.April 1718 entstand ein größerer Schaden am Gebäude. Der damalige Müller und Besitzer der Mühle, Meister Zacharias Triebel nahm dies zum Anlass, sich in einem Ornament über der Mühlentür zu verewigen.
1995 erwarb die Familie Bruns das Mühlenensemble, welches sich in einem sehr desolaten Zustand befand. Mit Hilfe des Mühlenvereins Stadtmühle Allstedt e.V. begannen 1996 die umfangreichen Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten in und an der Mühle.
Da seit 1970 der Mühlengraben nicht mehr funktionsfähig war und infolge dessen die Mechanik der Wasserkraftanlage verfiel, wurde mit der Wiederherstellung des Mühlengrabens und dem Neubau des Wasserrades wieder die Möglichkeit geschaffen, die Kornmühle ihrer Bestimmung zu übergeben und zusätzlich durch Wasserkraft Energie zu erzeugen.
Die für den Mahlbetrieb benötigte Technik musste aus abbruchreifen Mühlen beschafft und individuell eingepasst werden.

Geschichtliches
Eines der kulturellen Kleinode Allstedts ist die 300 Jahre alte Wassermühle. Eine Besitzurkunde aus dem Jahr 1621 lässt auf eine noch ältere Geschichte schließen.


Die bis 1990 betriebene Mühle verfiel langsam.
Zwischen 1621 und 1623 wurde sie als Münze genutzt. Nach 1623 entstand wieder eine Kornmühle, die vielen Müllergenerationen das tägliche Brot erwirtschaftete. Anfang der 1970er Jahre wurde der Mühlengraben zugeschüttet und der Mühlenantrieb auf Elektrizität umgestellt.
Im September 1995 gründete sich der gemeinnützige Mühlenverein Stadtmühle Allstedt e.V., der den gewerblichen Mühlenteil für 20 Jahre pachtete.


Müllerstammbaum
(Kurzer Auszug aus der Chronik)

bis 1621 Friedrich Bauch

1621 – 1625 Sächsische Fürsten Johann Phillip und Johann Ernst d. Ältere

1621 – 1623 wird Mühle als Münze genutzt

1623 – 1625 Pachtmüller Matheus Nicolii

ab 1625 Friedrich Bauch

ab 1654 Hans Ratzmann Ankauf 1. Hälfte

ab 1679 Hans Ratzmann Ankauf 2. Hälfte

1694 – 1705 Hans Ludgar Haase

1705 – 1737 Johann Zacharias Triebel

1737 – 1772 Johann Bernhard Triebel

1772 – 1791 Johann Friedrich Pillmann

1793 – 1807 Johann Friedrich Wolf

1808 – 1813 Johann Christian Heinrich Gräf

1813 – 1876 Karl Friedrich Gräf

1876 – 1890 Friedrich Wilhelm Gräf

1890 – 1903 August Otto Hoffmann

1093 – 11912 Großherzoglicher Kammerfiskus

1912 – 1937 Paul Christian Ottomar Grunitz

1937 – 1993 Thilo Grunitz

ab 1995 Eigentümer: Familie Bruns

Mühlenverein Stadtmühle Allstedt e.V.

Auszüge aus der Chronik sind beim Mühlenverein Stadtmühle Allstedt e.V. für eine Schutzgebühr von 10,00 € zu bestellen.

Sanierung und Restaurierung des Mühlengebäudes
Von Dezember 1996 bis Frühjahr 1997 wurde das Dach und die Fassade der Mühle saniert und restauriert.
In Zusammenarbeit von Handwerksbetrieben der Region mit 6 ABM Kräften konnte diese umfangreiche Arbeit durchgeführt werden. Finanziert wurden diese Arbeiten durch das Land Sachsen-Anhalt, das Landesarbeitsamt und das Arbeitsamt Sangerhausen, Sachspenden des Dämmstoffwerkes Homann, Berga, Creaton AG, Pro Klima, sowie Eigenmittel des Vereins.

Wiederinbetriebnahme der Wasserkraftanlage
Durch die Unterstützung der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, des Landesarbeitsamtes und des Arbeitsamtes Sangerhausen wurde dieses Projekt 1998 begonnen und 2003 abgeschlossen. Das Ziel war die Rekonstruktion des Mühlgrabens und der Wasserkraftanlage nach historischem Vorbild.
Nach einem aufwendigen Genehmigungsverfahren bekam 1999 der Mühlenverein die Wasserrechte zugesprochen. Durch die Erlangung der Wasserrechte und die Inbetriebnahme des Wasserrades besteht die Möglichkeit zur alternativen Energiegewinnung.




Mühlentechnik
Im Frühjahr 1997 begann der Mühlenverein mit der Restaurierung der vorhandenen Technik. Zur Vervollständigung der Mühlentechnik wurden Müllereimaschinen aus abbruchreifen Mühlen erworben.
Mit Hilfe der Lotto-Toto GmbH Sachsen Anhalt und der Arbeitsverwaltung konnte 2002 eine Mahlstrecke, betrieben durch Wasserkraft, in Gang gesetzt werden.

Ausführende Firmen:
Planung: Jochen Köhler, Mühlensachverständiger, Buchfart
Metallbau: Lutz Böttger, Sättelstädt
Holzbau: Zimmerei Bruns, Allstedt
Mühlenbau: Gottfried Schumann, Mulda